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„Arbeitsmarkt in Deutschland: Zahl der freien Stellen auf Rekordhoch“ – Ein Blick in die Kommentare

Arbeitsmarkt in Deutschland: Zahl der freien Stellen auf Rekordhoch

Laut Spiegel Online ist die Zahl der freien Stellen im ersten Quartal 2018 auf einem neuen Rekordstand: 1,190 Millionen freie Stellen. [1] Ein Blick in die Kommentare des Spiegel-Online-Forums zeigt vielleicht, woran das liegen mag:

Ökonomikon: So findet man gerade in der Jobbörse der Arbeitsagentur massenhaft Stellenangebote. Was wirklich dahinter steckt, merken die Bewerber schnell: Bewerbungen werden oft gar nicht beantwortet. In anderen Fällen gibt es nur Standardabsagen.

firefox34: Ich versteh das nicht. Es gibt ein Rekordhoch an offenen Stellen. Jeder Betrieb sucht händeringend qualifiziertes Fachpersonal… Wann lese ich denn dann mal was von Tarifabschlüssen auf Rekordhoch. Von kürzeren und flexibleren Arbeitszeiten. Problemlose Rückkehr in Vollzeit. Sozialversicherungspflichtige unbefristete Arbeitsverträge auf Rekordhoch. Überangebot von Ausbildungsplätzen. Wiedereinführung von Urlaub- und Weihnachtsgeld. Prämien für Jubilare. Übertariflicher Urlaub. Betriebsrente, Firmenkitas, volle Rentenkassen etc. etc. Stattdessen sollen billige ausländische Arbeitskräfte ins Land kommen, Hartz IV Empfänger Vollzeit arbeiten und als Aufstocker von der Allgemeinheit alimentiert werden, weil die Löhne so niedrig sind. Ausbildungsplätze werden überwiegend im Niedriglohnsektor angeboten, weil man schon von jedem Buchhalter einen Hochschulabschluss erwartet. Berufsanfänger bekommen befristete Arbeitsverträge und die Leiharbeit boomt. Die Wochenarbeitszeit wird auf 40 Stunden heraufgesetzt (es wurde mal für eine 32 Stunden Woche auf die Strasse gegangen), ebenso die Lebensarbeitszeit. Schüler sollen früher Abitur machen und zur Bundeswehr oder Zivildienst müssen sie schon gar nicht mehr. Kitaplätze sind Mangelware und Rentner müssen Flasche sammeln. Irgendwie scheint der „Markt“ für Arbeitsplätze auch nicht so richtig zu funktionieren.

hexenbesen.65: Wenn es nicht so traurig wäre, würde ich schallend lachen ! Da wird gelogen, dass sich die Balken biegen…und SPON merkt IMMER NOCHT NICHTS ??? Da wird eine Firma nach der anderen geschlossen, verlagert, outgesorct…die Arbeitnehmer massig entlassen. Und hier wird von „Facharbeiter-Mangel“ gesprochen …. Wiedersprüchlicher geht es wohl nicht mehr. Aber ich sehe DEN perfekten Facharbeiter: 20 jahre, 40 Jahre Berufserfahrung, Auslandserfahrung, tausend Doktortitel, die Damen dürfen ruhig 100-60-80 haben, lange blonde Haare, für jeden Typ –äh Tip offen…und natürlich seeeehr flexibel bei Mindestlohn von 3 Euro fuffzich… und unbezahlte Überstunden- selbstverständlich ! Männer müssen „anpacken“ können–jeden über den Tisch ziehen können, rund um die Uhr malochen…dann gibt es den Wahnsinnslohn von 3 Euro sechzig…. Dem Chef die Wohnung renovieren, das Auto instandhalten, nebenbei die Firma vorm Konkurs retten…. also ne Eierlegende Wollmilchsau für lau….

Leser Stefan: Als jemand der in der Bildungsbranche Arbeitet, habe ich einen ganz anderen Eindruck in Sachen Fachkräftemangel. Ich bilde vom Kaufmann bis hin zur Lagerfachkraft in 3 jähriger Ausbildung. Die Vermittlung in Arbeit läuft zu faßt 90 Prozent nur in Zeitarbeit oder Personaldienstleister, aber nur dann wenn diese Fachkräfte als Helfer in ihrem gelernten Beruf arbeiten…und das zu Löhnen, wie es eben Helfer bekommen. Ich selber finde trotz sehr guter Ausbildung und Qualifikationen und Berufserfahrung mit 51 keine Arbeit mehr, obwohl ich sowohl als Lehrkraft die Theorie vermittelt habe, als auch in der Praxis…naja und die Wahrscheinlichkeit dass ich noch bis 70 Jahre Arbeiten muss…. Nein! Hier in NRW haben wir das Problem Fachkräfte zu finden rein definitiv nicht!

Fazit: 🤔

[1] SPIEGEL ONLINE – Arbeitsmarkt in Deutschland: Zahl der freien Stellen auf Rekordhoch

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