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Gebührenfreies Studium fast nur noch in Deutschland

Während die Hochschulbildung weltweit immer stärker privatisiert und auch teurer wird, bleibt es in Deutschland weiterhin bei (fast) kostenlosen Leistungen. „Private Hochschulen und Universitäten mit teils saftigen Studiengebühren sind nach einer neuen Studie weltweit auf dem Vormarsch. „Deutschland ist das einzige Land, in dem die Politik noch immer an einer beitragsfreien öffentlichen Hochschulbildung für nahezu alle Studierenden festhält“, heißt es in dem Vergleichsreport einer US-Wissenschaftlergruppe im Auftrag der Körber-Stiftung.“ (Spiegel Online, 24.02.2017)

Dies ist zunächst als positiv anzusehen, da so der Zugang zu Bildung der breiten Masse und diversen Gesellschaftsschichten in Deutschland

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gewährleistet wird. Auf der anderen Seite haftet der Bildung in Deutschland eine „kostenlos“-Mentalität an, die der weiteren gesamtgesellschaftlichen Entwicklung Deutschlands im Wege steht. Durch das kostenlose Studium, kostenlose Sprechstunden mit Professoren und kostenlosen Nachbearbeitungsmöglichkeiten wie Tutorien (beispielhaft aufgezählt) wird insgeheim der hohe Anspruch dieser Leistungen konterminiert. Es entsteht der Eindruck der „Selbstverständlichkeit“ dieser Leistungen und damit sinkt der Wert und die Wertschätzung, die diesem hohen Maß an geistiger Leistung und Aufopferung entgegengebracht werden sollte. Dies geht fließend über in die Arbeitsverhältnisse, die deutsche Hochschulen mit jungen, gut ausgebildeten Kräften eingehen („Prekariat mit Doktorgrad“, Zeit Online, 06.02.2015).

Hier sollte der Staat eingreifen: Bildung ist das höchste Gut – gut ausgebildete Arbeitskräfte tragen seit jeher zum wirtschaftlichen Erfolgs Deutschlands bei. Daher können die Investitionen in diesen Bereich nicht hoch genug sein. Das Studium sollte also weiterhin kostenlos bleiben, jedoch sollten auch die Träger dieser Arbeitslast – Doktoranden an den Universitäten Deutschlands – entsprechend entlohnt werden.

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