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Die Inflation der Einsen an deutschen (Hoch-)Schulen

Die Inflation der Einsen an deutschen (Hoch-)Schulen

Der Vorsitzende des Lehrerverbandes Heinz-Peter Meidinger fordert ein Ende der “Inflation guter Noten”, laut Meidinger war eine 1,0 noch nie so leicht zu erreichen wie heute. Durch diese “Inflation” seien die wirklich herausragenden Abiturienten nicht mehr zu erkennen.

In fast allen Bundesländern wurde die Note 1,0 der KMK-Statistik zufolge öfter verteilt als noch vor 10 Jahren. Der Anteil der 1,0-Abiturienten in Brandenburg, Saarland und Mecklenburg-Vorpommern lag im Schuljahr 2005/2006 bei deutlich weniger als zwei Prozent, während der Anteil im Schuljahr 2015/2016 bei 2,6 Prozent lag. Lediglich in Baden-Württemberg hat sich die Zahl im Vergleich verringert.

So lässt sich feststellen, dass die Lehrer tatsächlich mehr Einsen als früher verteilen. Allerdings sind im Jahr 2016 auch gleichzeitig mehr Schüler durch die Abiturprüfung gefallen, als im Jahr 2006.

Quelle: SPIEGEL ONLINE

Plötzlich hatte jeder eine Eins

Beim Wechsel auf das Zentralabitur in NRW hagelte es damals plötzlich Einsen, während man diese 2006 und die Jahre zuvor statistisch noch an einer Hand abzählen konnte.

Ist die Gleichberechtigung schuld oder waren die Schüler von einem Jahrgang auf das andere schlauer geworden?

Warum die Inflation guter Noten für Studierende doch nicht so gut ist

Gute Noten sehen zwar gut aus und sind leicht ohne lernen zu erreichen, es kommt in der Praxis jedoch ausschließlich auf Knowhow und Skills an. Diese ereignet man sich in einem hochwertigen Studium, kombiniert mit dazu passenden Praktika und studentischen Nebentätigkeiten. Etwas zu wissen, hat noch nie geschadet, etwas nicht zu wissen.. Kein Chef hat etwas davon, wenn ihr am Ende nichts könnt. Die Probezeiten sind entsprechend von 3 auf 6 Monate in vielen AV angepasst.

„Kein Chef hat etwas davon, wenn ihr am Ende nichts könnt.“

Wenn nun die Abiturnoten inflationär mit Einsen versehen werden, und Hochschulen gleichziehen sollten, werden Personaler zukünftig Bewerber verschiedener Hochschulen kaum untereinander vergleichen können. Eine Zunahme an individuellen Eignungsprüfungen wie dem Assessment Center wird die logische Konsequenz sein. Zur Eignungsprüfungen sind jedoch Schulen und Hochschulen da.

Der Feldzug der Maschinen

Und auch so bringt es nicht viel, gute Noten zu schreiben, ohne den Stoff zu beherrschen…auch wenn die Studis mich jetzt wieder nicht mögen..in 5-10 Jahren werden die meisten repetitiven BWL-Skills durch Computer ersetzt. Die Skills eignen sich die Computer durch repetitives, unendliches Versuchen an.

Also das ziemlich genaue Gegenteil von dem, was ein durchschnittlicher Student heutzutage an seinem immatrikulierten Tag so macht.

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AlphaGo (nicht schlecht der Name 😉 ) benötigt nur wenige Züge – KI-Forscher sind von der Geschwindigkeit „überrascht“ Quelle: Google via Getty Images

Ich kann nur leicht erahnen, was so ein AlphaGo5 in 10 Jahren mit einer GUV oder Kennzahlen im Controlling macht, wenn ich mir anschaue, was ein durchschnittlicher Student heute so in Excel treibt, obwohl mit Tablet und 7 Smartphones aufgewachsen.

Excel-Kenntnisse im CV 🤔

„Excel-Kenntnisse: sehr gut“, schreiben sie in den CV, ein erster Indikator, da Erwähnung bei vorhandenem Skillset obsolet.

Aber egal von welcher Seite man die Medaille betrachtet: Es wäre nicht so gut, überdurchschnittlich viele Einsen zu vergeben, liebe Lehrer und Dozenten. Aber ich bin sicher, die Dozenten der deutschen Hochschulen bleiben ihrer harten Quote treu. Wir wollen noch ein paar Jahre mit den Maschinen mithalten…

Published inBildungBlogBusinesstalk

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