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Zitate

Neue Ideen setzen sich nicht dadurch durch, daß ihre Gegner überzeugt würden, sondern dadurch, daß diese aussterben – Max Planck

Was man nicht aufgibt, hat man nie verloren – Friedrich Schiller

Nicht weil es schwer ist, wagen wir es nicht, sondern weil wir es nicht wagen, ist es schwer – Seneca

Ideale sind wie Sterne. Wir erreichen sie niemals, aber wie die Seefahrer auf dem Meer richten wir unseren Kurs nach ihnen – Carl Schurz

Zusammenkommen ist ein Beginn, Zusammenbleiben ein Fortschritt, Zusammenarbeiten ein Erfolg – Henry Ford

Wie viel Zeit benötigen Sie insgesamt für alle Mahlzeiten des
Tages?«
»Ich weiß nicht genau«, meinte Herr Fusi ängstlich, »vielleicht zwei Stunden?«
»Das scheint mir zu wenig«, sagte der Agent, »aber nehmen wir es einmal an, dann ergibt es in
zweiundvierzig Jahren den Betrag von hundertzehnmillionendreihundertsechsundsiebzigtausend.
Fahren wir fort! Sie leben allein mit Ihrer alten Mutter, wie wir wissen. Täglich widmen Sie der
alten Frau eine volle Stunde, das heißt, Sie sitzen bei ihr und sprechen mit ihr, obgleich sie taub ist
und sie kaum noch hört. Es ist also hinausgeworfene Zeit: macht
fünfundfünfzigmillioneneinhundertachtundachtzigtausend. Ferner haben Sie überflüssigerweise
einen Wellensittich, dessen Pflege Sie täglich eine Viertelstunde kostet, das bedeutet umgerechnet
dreizehnmillionensiebenhundertsiebenundneunzigtausend.«
»Aber …«, warf Herr Fusi flehend ein.
»Unterbrechen Sie mich nicht!«, herrschte ihn der Agent an, der immer schneller und schneller
rechnete. »Da ihre Mutter ja behindert ist, müssen Sie, Herr Fusi, einen Teil der Hausarbeit selbst
machen. Sie müssen einkaufen gehen, Schuhe putzen und dergleichen lästige Dinge mehr. Wie viel
Zeit kostet Sie das täglich?«
»Vielleicht eine Stunde, aber …«
»Macht weitere fünfundfünfzigmillioneneinhundertachtundachtzigtausend, die Sie verlieren, Herr
Fusi. Wir wissen ferner, dass Sie einmal wöchentlich ins Kino gehen, einmal wöchentlich in einem
Gesangverein mitwirken, einen Stammtisch haben, den Sie zweimal in der Woche besuchen und
sich an den übrigen Tagen abends mit Freunden treffen oder manchmal sogar ein Buch lesen. Kurz,
Sie schlagen ihre Zeit mit nutzlosen Dingen tot und zwar etwa drei Stunden täglich, das macht
einhundertfünfundsechzigmillionenfünfhundertvierundsechzigtausend. – Ist Ihnen nicht gut, Herr
Fusi?«
»Nein«, antwortete Herr Fusi, »entschuldigen Sie bitte …«
»Wir sind gleich zu Ende«, sagte der graue Herr. »Aber wir müssen noch auf ein besonderes
Kapitel Ihres Lebens zu sprechen kommen. Sie haben da nämlich dieses kleine Geheimnis, Sie
wissen schon.«
Herr Fusi begann mit den Zähnen zu klappern, so kalt war ihm geworden.
»Das wissen Sie auch?«, murmelte er kraftlos. »Ich dachte, außer mir und Fräulein Daria …«
»In unserer modernen Welt«, unterbrach ihn der Agent Nr. XYQ/384/b, »haben Geheimnisse nichts
mehr verloren. Betrachten Sie die Dinge einmal sachlich und realistisch, Herr Fusi. Beantworten
Sie mir eine Frage: Wollen Sie Fräulein Daria heiraten?«
»Nein«, sagte Herr Fusi, »das geht doch nicht…« (Michael Ende – Momo)